Blinder Hund läuft fast 30 km zu Vorbesitzer zurück

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Nach nur einem Tag in seinem neuen Zuhause entschied Gary, dass er seiner alten Familie nicht fern bleiben konnte. / Foto: Facebook (Paka dla Zwierzaka).

Der blinde Mischlingsrüde Gary entschied nach nur einem Tag in seinem neuen Zuhause, dass er zu seiner Pflegefamilie zurückwollte. In tiefstem Winter lief er fast 30 Kilometer zurück in sein richtiges Heim. Die tagelange Suchaktion hielt die Nachbarschaft in Atem – und nun gibt es ein Happy End.

Dem DailyStar zufolge dürfte das Leben des 12-jährigen Mischlingsrüden Gary nicht einfach gewesen sein: Als er von der Tierschutzorganisation „Paka dla Zwierzaka“ von den Straßen der polnischen Hafenstadt Danzig gerettet wurde, stellte man fest, dass er wahrscheinlich vollkommen blind war oder zumindest über eine stark eingeschränkte Sehfähigkeit verfügte. Vier Jahre lang lebte der Hund im Tierheim und wartete vergeblich auf eine Adoption, bis sich eine freiwillige Helferin dort bereiterklärte, ihn als Pflegehund nach Hause in Gdynia zu holen. Gary wurde zum Star der Familie und freundete sich auch mit den Kindern der Nachbarschaft schnell an – er schien seinen Platz gefunden zu haben. Doch Pflegestellen sind nur als eine temporäre Zwischenstation auf dem Weg zum „Forever Home“ gedacht, und  drei Wochen später fand sich wie aus heiterem Himmel ein Interessent: Die Leiterin der Tierschutzorganisation Marta Słodnik gab seiner Pflegefamilie freudig bekannt, dass sich „ein wundervoller älterer Herr entschieden hätte, Gary tägliche Spaziergänge und einen schönen Lebensabend zu geben“. Der Hundesenior und der Rentner schienen ein gutes Team abzugeben, und so zog Gary nach Żukowo um.

Der lange Weg nach Hause

Doch nach kaum einem Tag in seinem neuen Zuhause entschied Gary selbst, dass er bereits sein wahres Zuhause gefunden hatte. Als sein neuer Besitzer die Leine losmachte und ihn ins Auto springen lassen wollte, ergriff der Vierbeiner diese Chance und gleichzeitig die Flucht. Eine großflächige Suchaktion nach dem blinden Hund wurde gestartet, von Aushängen im Supermarkt bis hin zu Facebook-Aufrufen. Drei Tage später wurde er im Norden von Żukowo gesichtet, man konnte ihn jedoch nicht einfangen. Schnee und Kälte sowie Garys Sehbehinderung machte den Suchern große Sorgen. Wenige Tage später tauchte er in Gdynia auf, etwa 30 Kilometer von Żukowo entfernt – nun schien es klar, wohin Gary unterwegs war. Die Nachbarskinder begannen ihre eigene Suchaktion, als sie hörten, dass Gary so nahe seiner früheren Pflegestelle gesichtet worden war, und fanden den erschöpften Rüden tatsächlich schlafend im Wald, nur Meter entfernt von seinem alten Heim. „Gary hat seine Familie selbst gewählt und wir respektieren diese Entscheidung“, verkündete Słodnik. „Er steht nicht mehr zur Adoption zur Verfügung und bleibt bei seiner Pflegefamilie. Der Mann, der ihn adoptiert hat, hat ebenfalls Verständnis, und wir werden einen neuen Freund für ihn finden.“