Australien: Hunde wegen Angst vor Corona erschossen

Ein Hund sitzt traurig hinter Gittern.
Die Hunde hätten eigentlich aus gerichtlicher Verwahrung ins Tierheim umsiedeln sollen - und wurden stattdessen erschossen. / Symbolfoto: unsplash.

In Australien wurden mehrere Hunde erschossen, die eigentlich ins Tierheim umsiedeln sollten. Weil man sich bei der Übergabe vor einer möglichen Infektion mit Covid-19 fürchtete, ließ man die Tiere kurzerhand töten. Die Mitarbeiter des Tierheims und Tierschützer sind empört – und fordern eine Überprüfung dieser Entscheidung.

Seit dem Sommer und dem Einzug der Delta-Variante sind auch in Australien wieder mehr und mehr neue Corona-Infektionen verzeichnet worden, besonders in Großstadträumen. Mit strikten Maßnahmen und Lock-Downs versucht die Regierung, der Ausbreitung des besonders aggressiven Virus-Strings Herr zu werden. Ein ländlicher Bezirk im Bundesstaat New South Wales ist in ihrer Strenge jedoch zu weit gegangen. Laut dem Sydney Morning Herald befanden sich mehrere Hunde in gerichtlicher Verwahrung der Gemeinde Bourke Shire. Sie sollten von einem Tierheim aufgenommen werden, um resozialisiert und an ein neues Zuhause weitervermittelt zu werden. Mitarbeiter des Tierheims hatten bereits einen Termin zur Abholung festgelegt und sich auf die Ankunft der Hunde vorbereitet. Dann bekamen sie jedoch eine schreckliche Nachricht: Der Termin war abgesagt, denn die Tiere seien bereits tot.

Zum Schutz der Mitarbeiter?

Die Behörden hatten beschlossen, die Hunde kurzerhand zu erschießen. Man fürchtete, dass eine Übergabe der Hunde von der Behörde an das Tierheim ein Covid-19-Risiko für die Mitarbeiter darstellte. „[Das Büro der Lokalregierung] ist darüber informiert worden, dass der Gemeinderat diese Vorangehensweise ausgewählt hat, um die Mitarbeiter und die Gemeinde, zu denen auch besonders gefährdete Aborigines-Ureinwohner zählen, vor einer Covid-19-Übertragung zu schützen“, verkündete ein Pressesprecher der Regierung. Entsetzte Tierschützer fordern nun eine Überprüfung dieser dratsischen Maßnahmen.

Inakzeptable Begründung

Denn die Tierheimmitarbeiter hatten bereits für Maßnahmen gegen die Gefahr einer Ansteckung gesorgt. Außerdem gab es in dieser ländlichen Gegend seit längerer Zeit keine neuen Covid-19-Fälle, Spuren des Virus waren lediglich in der Kanalisation vorhanden. Die Ministerin für das Büro der Lokalregierungen, Shelley Hancock, hatte sich schon einmal vor dem Parlament wegen der Erschießung von Hunden durch lokale Behörden verantworten müssen. Sie äußerte sich jedoch nicht zu dem Vorfall. Lisa Ryan, Advokatin für die Tierschutzorganisation „Animal Liberation“, fordert nun eine Überprüfung der Gründe für die Erschießung: „Wir sind zutiefst erschüttert und vollkommen geschockt von dieser kaltherzigen Erschießung der Hunde und wir lehnen die inakzeptablen Erklärungen des Gemeinderats ab, dass die Tötung als Teil eines Sicherheitsplans gegen Covid-19 erfolgt ist.“