Aus Angst vor eigenem Hund versteckt sich Paar in Küche

Rechts ist in schwarz-weiß ein zusammengekauerter Mensch zu sehen, links im Bild ist Mischlingsrüde Ruben zu sehen.
Das Paar hatte vor ihrem neuen Hund Ruben so viel Angst, dass sie sich in der Küche versteckten. / Symbolfoto: pixabay (l.), Tierheim Passau (r.).

Es war eine böse Überraschung: Als sich der aus Dubai importierte Hund Ruben aggressiv und ablehnend verhielt, wusste sich das Paar aus Passau nicht anders zu helfen. Sie versteckten sich vor ihm in der Küche. Nun wartet der Mischlingsrüde im Tierheim Passau auf eine neue Chance.

Laut der Passauer Neue Presse war es eine skurrile Situation, in der sich ein Pärchen aus Passau ungewollt wiederfand: Das Ehepaar, das bereits vorher erfolgreich einen Hund aus schwierigen Verhältnissen bei sich aufgenommen hatte, hatte beschlossen, ein weiteres Mal einen Hund aus dem Tierschutz zu adoptieren. Über das Internet stießen sie auf eine vermeintliche Tierschutzorganisation in Dubai, die ihnen für 550 Euro einen vierjährigen Rüden vermittelte. Der Mischling, wahrscheinlich aus Großspitz und Schäferhund, wurde per 12-Stunden-Flug nach Deutschland eingeflogen und erreichte endlich sein neues Zuhause, wo er bereits freudig erwartet wurde. Doch die Freude über das neue Familienmitglied schlug schnell in Angst um. „Ruben“ knurrte die beiden an, und auch bei einer reinen Drohung blieb es nicht: Er biss die Frau so fest in die Beine, dass blaue Flecken zurückblieben. Nach einigen Tagen wusste sich das Paar nicht mehr anders zu helfen und rief im Tierheim Passau an.

In Küche verschanzt

„Ich habe sofort gemerkt, dass da was nicht stimmt. Die Leute waren total verängstigt und sprachen mit zittriger Stimme, dass sie nicht mehr aus der Küche rauskönnen, weil ihr Hund zähnefletschend und knurrend im Wohnzimmer wartet“, erzählte Bettina Mittler, Leiterin des Tierheims, der PNP. Weil man aufgrund der Situationsschilderung befürchten musste, dass sich „Ruben“ nicht ohne Gegenwehr ins Tierheim bringen lassen würde, erbat Mittler den Beistand eines Diensthundeführers der Polizei. Vor Ort zeigte sich „Ruben“ zwar sehr verängstigt, aber nicht aggressiv. Laut Polizei habe sich der Rüde „von seiner besten Seite gezeigt und sei vollkommen friedlich gewesen“. Mittlerweile habe der Rüde bereits ein neues Plätzchen in Berlin gefunden. Mittler warne des Weiteren vor dubiosen Käufen aus dem Internet – es gehe schließlich um Lebewesen mit Persönlichkeit und individuellen Bedürfnissen. Daher rate sie eher zu Hundenachwuchs aus lokalen Tierheimen oder seriösen Züchtern. „Bei uns ist beispielsweise ein langsames Kennenlernen beim regelmäßigen Gassigehen oder auch ein Probewohnen mit dem gewünschten Tier möglich.“