Dienstag, Juni 28, 2022
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Augsburg: Erster Stationshund Luca im Einsatz

Im BKH Augsburg lässt ein ganz besonderer Mitarbeiter die Herzen der Patienten höher schlagen: Therapiehund Luca. Der neueste Krankenhauszuwachs arbeitet seit Anfang Mai als Stationshund auf der Klinik. Dort trägt er maßgeblich “zu einer entspannten Atmosphäre bei”. Wau!

Hunde sind wahre Alleskönner. Als Familienhunde bereichern sie unseren Alltag, im Dienst verfolgen sie Verbrecher oder erschnüffeln heiße Ware in noch jedem so gut erdachten Versteck. Sehbeeinträchtigten oder bewegungseingeschränkten Menschen verschaffen sie neue Mobilität und Eigenständigkeit. Und sogar Kindern können sie beim Lesen lernen helfen! Weil Hunde einen positiven Effekt auf Menschen in Pflegesituationen haben können, stellte deswegen auch das BKH Augsburg einen Stationshund an. Laut dem B4B Schwaben arbeitet Rüde Luca bereits seit Anfang Mai zwei- bis dreimal die Woche im Krankenhaus auf der Station A1. Auf dieser Adoleszenten-Station sind jene Patienten und Patientinnen zwischen 18 und 27 Jahren untergebracht, die mit einer schwierigen Vergangenheit und psychischen Problemen kämpfen. Luca passt mitten unter sie – denn auch sein Leben war nicht immer so einfach.

Beruhigende Nähe

Denn Stationshund Luca kommt ursprünglich aus dem Tierschutz. Der siebenjährige Kelpie-Mischling kam im Alter von vier Monaten von Bosnien nach Deutschland und landete dort in der liebevollen Obhut der Heilerziehungspflegerin Sarah Brandl. Diese kam im Zuge ihrer Arbeit auf die Idee, Luca zu einem Therapiehund auszubilden. Sein ausgesprochen ausgeglichenes Gemüt und seine Offenherzigkeit waren gute Voraussetzungen. Nach der Ausbildung und Genehmigung durch den Ärztlichen Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik durfte Luca dann seine Arbeit beginnen. Dabei ist seine wichtigste Aufgabe, sich streicheln zu lassen, den Patienten Nähe und Zuneigung zu schenken und für eine entspannte Atmosphäre zu sorgen.

Eine junge Frau kuschelt mit einem Hund.
Gerade junge Menschen vertrauen sich lieber einem Tier an als einem (fremden) Menschen. / Symbolfoto: Canva.

Positives Feedback

Ist Luca bei Therapiesitzungen anwesend, fühlen sich die Patienten ruhiger und sind eher bereit, sich mitzuteilen – zumindest dem Hund gegenüber.  “Auf diese Weise erfahren wir viel, was uns in unserer Arbeit weiterhilft”, erklärt Frauchen Brandl. Sie war überrascht, welche Geheimnisse in das flauschige Hundeohr geflüstert wurden. Viele junge Menschen haben eben weniger Hemmungen, sich einem Tier anzuvertrauen als einem (erwachsenen) Menschen, und fühlen sich in seiner Gegenwart stets wohl.

“Ich bin komplett begeistert. Der Hund gibt uns mehr Sicherheit und bringt uns auf andere Gedanken”, schildert eine junge Patientin die Erfahrungen mit dem Stationshund. “Ich liebe Tiere und verstehe mich mit ihnen gut. Ich würde Luca am liebsten zu jedem Spaziergang mitnehmen.” Denn besonders für jene, die durch negative Erfahrungen mit schlechten Menschen gezeichnet sind, ist der Kontakt zu Tieren und deren bedingungslose Zuneigung Balsam für die Seele. Außerdem macht der tierische Besuch den oftmals belastenden Aufenthalt in einer fremden, klinischen Umgebung erträglicher. Eine Patientin wollte gar länger auf der Station bleiben, nur um mehr Zeit mit Luca verbringen zu können.

Auch der Stationshund braucht Pausen

Dennoch ist die Arbeit in dem spannungsgeladenen und aufregenden Klinikalltag auch für Stationshund Luca anstrengend. Deswegen sorgt Brandl stets dafür, dass er genügend Pausen bekommt und sich ausruhen kann. Im Pausenraum hat er eigens dafür ein schönes Eck mit einer kuscheligen Decke. Außerdem gibt es für ihn eine monatliche Futterpauschale von seinem Arbeitgeber, um Leckerchen und andere Naschereien zu kaufen. “Nach der Arbeit schläft er bei mir zuhause die ganze Nacht durch”, erzählt Brandl, ist jedoch sicher, dass auch Luca seine harte Arbeit für wichtig und richtig hält.

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