300 Euro Tierarztkosten für Hund, der aus Mitleid mit Herrchen hinkt

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Der Lurcher Bill hinkte aus reiner Sympathie mit seinem verletzten Herrchen. / Fotos: Facebook (Russell

Man sagt, dass sich Hunde und ihre Herrchen und Frauchen sehr ähnlich sind. In Bills Fall ging die Nachahmung aber dann trotzdem zu weit. Aus Sorge über seinen hinkenden Hund berappte der Besitzer stolze 300 Euro beim Tierarzt. Doch dann stellte sich heraus, dass Bill (vielleicht) nur aus Mitleid hinkte.

Hunde sind des Menschen bester Freund – und als solche ahmen sie uns auch gerne nach. Sei es, dass das Fresschen auch aus dem Kühlschrank kommen soll oder das Hundefutter in der Mikrowelle „aufgewärmt“ werden muss. Unsere geliebten Fellnasen wollen eben auch das, was wir haben. Es könnte aber sein, dass eine Fellnase aus England ein wenig übertrieben hat. Laut der Metro fuhr Russell Jones voller Sorge mit seinem Lurcher-Rüden Bill zum Tierarzt. Sein Hund hatte begonnen, die linke Vorderpfote nicht mehr zu belasten. Nach einer hohen Tierarztrechnung über 300 Euro und eine Röntgenaufnahme später stellte sich heraus, dass Bill eigentlich nichts fehlen sollte. Doch zu diesem Zeitpunkt befand sich Herrchen Jones‘ Fuß in einem Gips, weil dieser sich zuvor den Knöchel gebrochen hatte. Zufall? Es könnte gut sein, dass Bill das Hinken seines Herrchens aus Mitleid oder Sympathie nur nachgeahmt hat. Trotz der verursachten Kosten nahm es der Besitzer mit Humor: „Ich liebe ihn“, schrieb er unter das auf Facebook gepostete Video mit seinem hinkenden Hund.

Nachahmung oder echte Schmerzen?

Ob es sich bei Bills Hinken um eine Nachahmung seines verletzten Herrchen handelt oder er zufällig zur selben Zeit eine schmerzende Pfote hat – da teilen sich die Meinungen. Die Tierverhaltensexpertin Rosie Bescoby sagte der Metro: „Ich hätte dem Besitzer geraten, sich eine zweite Meinung von einem anderen Tierarzt einzuholen. Es gibt viele Dinge, die Schmerzen verursachen können und nicht auf einem Röntgenbild zu sehen sind.“ Ihrer Meinung nach zählen Lurcher nicht zu den tapfersten Hunden. Daher könnte bereits ein Steinchen in der Pfote das dramatische Hinken auslösen. Verhaltensstudien der Vetmeduni Wien jedoch zeigen starke Evidenz, dass Hunde menschliches Verhalten imitieren können, ohne dazu trainiert worden zu sein. Die sogenannte Überimitation sei eine Sonderform sozialen Lernens, die bisher vor wenigen Jahren nur beim Menschen beobachtbar war. Diese Ansicht gerät mit neuen Studien mit Hunden jedoch immer weiter ins Wanken. Was auch immer Bills Hinken ausgelöst hat – es bleibt zu hoffen, dass Hund und Herrchen bald wieder auf den Beinen sind.