Sonntag, Oktober 2, 2022
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12 Hunde in Tierheim durch Giftanschlag getötet

Nach einem Streit mit einem Nachbarn wurden vergiftete Fleischabfälle über den Zaun eines Tierheims in Marokko geworfen. 12 Hunde überlebten den Giftanschlag trotz schneller Hilfe nicht. Nun sieht sich das Tierheim gezwungen, ihren Standort zu wechseln – denn man fühle sich nicht mehr sicher.

Laut der Daily Mail soll das marokkanische Tierheim Morocco Animal Aid (MAA) in einen Streit mit einem Nachbarn geraten sein. Warum genau sich ein Anrainer durch die Hunde gestört haben könnte, ist nicht bekannt. Die Tierschutzorganisation kümmert sich seit Jahren um Streuner, tierische Unfallopfer, Krankheitsfälle und die Impfung und Kastration von Straßenhunden. Obwohl die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Tierheims tagtäglich mit Tierleid konfrontiert sind, erschütterte sie ein gezielter Giftanschlag ganz besonders. Denn vor einigen Monaten hatte ein unbekannter Täter Fleischabfälle wie Innereien über den Zaun des Hundegeheges geworfen. Das Fleisch war mit einem Gift blauer Farbe präpariert worden – doch leider fraßen die Hunde trotzdem an den Fleischresten. Viele der Tiere kommen von der Straße und nutzen aus Gewohnheit jede Gelegenheit, an Futter zu kommen.

Kurz darauf fielen den Mitarbeitern merkwürdiges Verhalten der Tiere auf: Sie speichelten übermäßig, zitterten und wirkten desorientiert. Sofort verabreichten sie den Hunden ein Gemisch aus Olivenöl und Kohle, um Giftstoffe im Magen zu binden, bevor sie weitere Maßnahmen ergriffen. “Manche der Tiere erbrachen sich, und wir fanden blaue Innereien und Fleischreste, die so sehr in Gift getränkt waren, dass uns die Augen brannten”, erzählte Tierheimleiterin Lucy Austin. Neun Hunde verendeten noch an Ort und Stelle, drei weitere Tiere verstarben nach monatelangem Kampf an den Spätfolgen.

Nicht mehr sicher

Obwohl der Vorfall sofort der Polizei gemeldet wurde, kamen keine Ermittlungen zustande. Nach der Aufnahme von Zeugenaussagen habe man nie wieder von den Beamten gehört. Einige Monate später wiederholte sich der Giftanschlag, doch dieses Mal waren das Personal vorbereitet. Dank der schnellen Verabreichung von Gegenmitteln konnten alle betroffenen Tiere gerettet werden. Dennoch war klar, dass der unbekannte Tierquäler keine Ruhe geben würde. Aus diesem Grund beschloss das Tierheim, von Agadir in eine ländliche Gegend ohne Nachbarn umzuziehen. Dass dadurch unnötige Kosten entstehen, die eigentlich Tieren in Not helfen könnten, verbittert die Belegschaft. “Wir hoffen, dass wir den Umzug so schnell wie möglich durchführen können, innerhalb von 12 Monaten, damit wir nicht noch einen Giftanschlag riskieren, aber es ist alles eine Frage des Geldes.” Auf ihrer Homepage bittet die Tierschutzorganisation momentan um Spenden für den Aufbau der neuen Gebäude. (Anm. der Redaktion – der Spendenaufruf wurde mittlerweile beendet.)

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